Bericht von Margit Kraney
Nun möchte ich auch einen Bericht zu unserer Fahrt nach Miscolz vom 8. bis 10.August schreiben. Ich bin ja schon bei der ersten Ungarnfahrt vor vielen Jahren dabei gewesen und war auch schon viermal in Cegled, so dass mir die Tierheime und das ganze Elend nicht mehr so fremd sind. Dennoch war ich diesmal besonders nervös, denn wir fuhren nun zu unserem neuen Heim und wussten nicht so genau, was auf uns zukommen würde.
Donnerstagmittag traf ich also bei Claudia in Horstmar-Leer ein. Es ist eine wunderschöne Gegend im Münsterland, Natur pur, gerade mit Tieren ist es dort traumhaft. Wir holten dann in Münster den Transporter ab und fingen auch sofort an, ihn zu beladen. Die Wasserbehälter und die Tiefkühltruhe sowie die Boxen mussten ja unbedingt mit, ansonsten luden wir nicht allzuviel ein, da wir ja am nächsten Tag noch eine große Menge Futterspenden in Medenbach bekamen und den Wagen nicht überladen durften. Die Sachen waren aber trotzdem schon zu schwer und ein Teil musste wieder ausgepackt werden.
Um 5.45 Uhr starteten wir dann Richtung Ungarn. Zunächst holten wir unsere Mitstreiterin Jasmin ab. Wir kannten uns noch nicht und für Jasmin war es auch das erste Mal, dass sie so eine Tour miterlebte. Wir kamen vom ersten Moment sehr gut miteinander zurecht und hatten uns auch so einiges zu erzählen.
In Medenbach trafen wir Stefan, der uns jede Menge Futterspenden und die kleine Klimaanlage mit auf den Weg gab. Auch Thomas war dort mit Spenden. Er hatte einen netten ungarischen Beifahrer, nämlich seinen Hund aus Cegled und wird bei der nächsten Tour im September noch einen Kumpel für ihn aussuchen. Vom Wetter her war alles vorhanden und es gab auch unzählige Unfälle leider. Zum Glück ging bei uns alles gut, bei Wien gab es einen ziemlich langen Stau. Budapest ist an sich eine sehr schöne Stadt, aber wenn man sich nicht auskennt ist es nicht so einfach, sich zurecht zu finden. |
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Die Beschreibung zum Hotel war leider auch nicht richtig, so dass wir Nina noch am späten Abend anrufen mussten, damit sie uns dorthin lotste. Sie hatte noch drei große Pizzen und Getränke aufs Zimmer geordert, aber wir waren zu müde zum essen, haben nur noch geduscht und sind dann ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen holte Nina uns nach dem reichhaltigen Frühstück im Hotel ab. Wir fuhren mal erst zu ihr nach Hause bzw. zu dem Haus, wo sie arbeitet und auch immer Pflegehunde, vor allem Mütter mit Babys oder Welpen beherbergt. Diesmal waren nur Alim und ihre eigene Hündin dort. Sie muss auch immer aufpassen, dass die Nachbarn sich nicht über das Gebell beschweren, ansonsten haben die Hunde dort einen großen Garten und viel Auslauf.
Wir luden einige Boxen ein und fuhren dann weiter zum Tierheim. Mein erster Eindruck bei der Ankunft war, dass dort wirklich viel zu tun ist, denn alles ist sehr verfallen und morsch. Liviana, die Tierheimleiterin und viele weitere Helfer sowie die Tierärztin begrüßten uns, sie sind alle sehr nett.
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Zunächst luden wir dann gemeinsam die Sachen aus, dann fuhr Claudia mit Nina zum Fressnapf, um noch gespendetes Futter zu holen und Jasmin und ich gingen mit Livia die Liste mit den Hunden durch. Sie zeigte uns die einzelnen Kandidaten und schaute dann auch, ob die angegebene Boxengröße ok war. Sie zeigte uns auch einige Neuzugänge, die noch nicht auf unserer Seite sind. Leider ist die Verständigung mit ihr ein wenig schwierig, aber sie weiss alles über die Hunde und gibt ihnen auch ihre Namen.
Es sind dort genau wie überall jede Menge schöner und lieber Hunde vorhanden, alle sehr freundlich und zutraulich. Die Kandidaten, die entweder mit Menschen oder Artgenossen nicht so gut zurechtkommen sind ausserhalb der Zwinger an relativ kurzen Ketten. Sie haben kleine Hundehütten, sind aber ansonsten jeder Witterung ausgesetzt.
Zwischendurch regnete es auch sehr heftig an diesem Samstag und die Hunde taten mir sehr leid, weil sie sich kaum davor schützen konnten. In einem Raum standen auch Käfige mit vielen ganz kleinen Welpen, die wohl nicht gesund waren. Auch zwei Hunde mit schweren Bissverletzungen sassen dort in kleinen Käfigen, ebenso Zabu, bei dem noch nicht sicher war, ob wir ihn mitbringen konnten bzw. ob noch genügend Platz vorhanden war.
Die Helfer bauten die Boxen zusammen, Nina und Claudia waren inzwischen auch zurück mit etlichen Säcken Hundefutter. Wir mussten nun die Boxen sinnvoll und sicher im Transporter stapeln, was auch nicht so einfach war. Es ging aber alles gut und auch für Zabu war noch genügend Platz vorhanden.
Wir hatten dann auch noch etwas Zeit, uns nochmal in Ruhe die einzelnen Hunde anzusehen und natürlich verloren wir wieder unsere Herzen an den einen oder anderen Kandidaten und hatten den Wunsch, diesen oder jenen auch noch mitzunehmen. Gut fand ich, dass man sich relativ entspannt mit Nina und Livia unterhalten und auch nach einzelnen Hunden fragen konnte. Auch die Hunde schienen nicht so hektisch zu sein hatte ich den Eindruck.
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Ich hatte mir eine kleine Spitzmaus ausgeguckt, aber leider war sie abgegeben worden, weil sie mehrere Hühner gerissen hatte und sie ist da wohl ein echter Killer, was man garnicht vermuten würde. Das wäre hier bei mir schlecht, denn hier gibt es auch 10 glückliche Hühner und das soll möglichst auch so bleiben;0) Eine andere Kandidatin war leider noch nicht kastriert, aber vielleicht klappt das ja bei der nächsten Tour. |
Meine Pflegehündin Naomi war zusammen mit Caora und noch einem fusskranken Hund sowie einem anderen Wuschelhund in einem Zwinger. Naomi sass immer nur ganz ruhig an der Tür und war total unauffällig.
Dann verglichen wir noch die Pässe der Hunde, damit alles korrekt ist und sortierten die schon mal zu den Boxen. Der Amtsvet. kam auch noch und hatte so einige Auflagen, was wir zu tun hätten.
Dann war es auch schon Spätnachmittag und Nina riet uns dringend, uns noch einige Stunden hinzulegen. Um 20.45 Uhr holte sie uns dann wieder ab. Leider war es doch schon sehr dunkel inzwischen und im Tierheim gibt es garkein Licht. Ich weiss nicht, wie Livia und die Helfer es geschafft haben, in der Dunkelheit immer so schnell die richtigen Hunde zu finden.
Für die anderen war es auch eine große Aufregung und sicherlich hat es die eine oder andere Beisserei gegeben an dem Abend. Um 22 Uhr fuhren wir dann wieder los und trafen uns noch mit Gizi und Imre, die uns neben den beiden Katzen noch die inzwischen riesengroß gewordenen Welpen Gerry und Mara mit auf den Weg gaben sowie die kleine Nacktschnecke Lona, die nun garnicht mehr nackt und zum Knuddeln niedlich ist. Wir unterhielten uns noch kurz und Gizi und Imre sagten, dass sie uns sehr vermissen! |
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Leider haben wir uns in Budapest dann ziemlich verfahren. Ich war so müde, dass ich immer wieder einnickte und wenn ich wach wurde immer nur dachte, hier finden wir im Leben nicht mehr heraus;0) aber Claudia und Jasmin waren sehr tapfer und auch garnicht müde und so konnten wir letztendlich trotzdem fast pünktlich an den einzelnen Treffpunkten sein. Den Hunden ging es insgesamt ganz gut bei der Fahrt, auch der alte Steve hat die Tour bestens überstanden. Die Katzen schauten etwas panisch, sind aber jetzt auch guter Dinge. Alles verlief reibungslos und auch wenn es natürlich sehr anstrengend war bin ich sehr froh, bei dieser Fahrt dabei gewesen zu sein und würde da auch immer wieder mitfahren, denn es ist einfach ein gutes Gefühl, ein wenig helfen zu können. Die Hunde in Ungarn haben das wirklich verdient und wenn ich meine Pflegehündin Naomi ansehe freu ich mich immer wieder aufs Neue, dass sie nun endlich ein besseres Leben bekommen hat!
Alles in allem bin ich auch sehr froh, dass wir dieses Tierheim gefunden haben, denn dort ist Hilfe wirklich auch dringend notwendig und die Leute dort machen einen sehr netten Eindruck und sind auch sehr dankbar für unsere Hilfe!
Margit